Viele kennen sie wahrscheinlich noch als Lilo, die humorvolle, gute Seele mit dem einprägsamen und charakteristischen Lachen aus der Sesamstraße. Ihre größten Erfolge feierte Liselotte Pulver jedoch in den 1950er und 1960er Jahren, der Zeit des Deutschen Nachkriegsfilms, als sie in zahlreichen Produktionen die Herzen der Menschen bewegte.
Nach Abschluss des Diploms zur viersprachigen Sekretärin an der Handelsschule in Bern arbeitete die Schweizerin „Lilo“ Pulver als Mannequin, bevor sie eine Schauspielausbildung am Berner Konservatorium absolvierte sowie Privatunterricht bei Paul Kalbeck, dem damaligen Oberspielleiter des Berner Theaters, erhielt. Von 1949 bis 1951 spielte sie am Berner Stadttheater und dem Schauspielhaus in Zürich in diversen Theaterklassikern wie „Faust II“, „Das Käthchen von Heilbronn“ sowie „Kabale und Liebe“.
Sie wechselte zum Film und wurde mit „Uli, der Knecht“ im Jahr 1954 in der Schweiz und im Folgejahr in Deutschland als Piroschka Rácz in „Ich denke oft an Piroschka“ berühmt. Mit Kassenschlagern wie „Das Wirtshaus im Spessart“ (1958), „Das Spukschloss im Spessart“ (1960) und „Herrliche Zeiten im Spessart“ (1967) sowie „Eins, zwei, drei“ (1961) wurde Lilo zu einer der beliebtesten Darstellerinnen des deutschsprachigen Kinos.
Zu ihren bedeutendsten Filmen zählen die Thomas Mann-Verfilmungen „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, „Die Buddenbrooks“ und „Lotte in Weimar“ sowie „Das Glas Wasser“ und „Gustav Adolfs Page“.
Nach dem Selbstmord ihrer Tochter Melisande im Jahr 1989 und dem Tod ihres Ehemanns, dem Schauspieler und Theaterregisseur Helmut Schmid, drei Jahre später, zog Liselotte Pulver sich nach Perroy am Genfer See zurück und versuchte die schweren Schicksalsschläge mit ihrer Autobiografie „Wenn man trotzdem lacht“ zu verarbeiten.
Insgesamt hat die heute 80-Jährige in über 50 Produktionen in Deutschland, Frankreich, Spanien und den USA mitgewirkt Sie wohnt heute im betreuten Wohnen in Bern.










